Die Sippe Hartz mit Ursprung in Schlamersdorf


Dorothea Ewers und Friedrich Hartz 1924
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Auf dieser Seite :

1. Der Name Hartz

2. Der Ort Schlamersdorf
3. Die Leibeigenschaft in Schlamersdorf
4. Die Hartzhufen in Schlamersdorf
5. Schlamersdorf in der Schwedenzeit
6. Die Hartzsippe
Hartz im Kirchenbuch von Oldesloe


Der Name :

nach J. Schwettscher "Familiennamen des Amtes Segeberg

"Der Name Hartig, auch Hartigs, frühere Schreibweise Hartiges, (heute Hartz), ist im Osten des Amtes verbreitet. Er ist schon im Dienstgeldregister des Bischofs von Lübeck in Schlamersdorf, Kirchkreis Oldesloe, nachzuweisen. In diesem Dorf ist er auch noch vor 1565 vorhanden. 1526 wird er in Dreggers und Weede im Kirchkreis Segeberg genannt, seit 1526 in Stipsdorf (noch 1560), 1604 bis 1607 in Krems I, Kirchkreis Leezen, seit 1628 in Schmalensee, Kirchkreis Bornhöved, und von 1629 bis 1657 in Geschendorf, Kirchkreis Pronsdorf."

Damit liegt der Ursprung des Familiennamens Hartz in Schleswig Holstein wahrscheinlich in Schlamersdorf bzw. im Gebiet des Amtes Traventhal.

Nach Hans Bahlow: "Deutsches Namenslexikon" beruht der Name Hartz (soweit es sich um den Norddeutschen Namen handelt) auf einer falschen Verhochdeutschung (um 1600) von Hartig / Hartich / Hartke / Hartwig entweder von einer Anlehnung an "Herzog" oder aber, was hier wahrscheinlich ist, von einer Anlehnung an Hartwig = "kühn im Kampfe".
Schließlich ist das Gebiet um Segeberg ursprünglich das Grenzgebiet zu den Slawen, das unter den Schauenburgern erobert und christianisiert wurde
(siehe
Entwicklung Schleswig-Holstein).

Der Ort :

 Schlamersdorf ist ein Dorf an der Trave. eine halbe Meile nordwestlich von Oldesloe im Bereich des Amtes Traventhal im Kirchspiel Oldesloe. Es bestand ursprünglich aus 8 Vollhufen, 2 Halbhufen und 3 Drittelhufen.Nach dem 30-jährigen Krieg kamen hinsichtlich der Abgabenerhebung in den Unterlagen eine Zwölftelhufe und fünf Katen mit Land sowie einer Krugstelle, einer Schmiede und einem Böttcher hinzu.


in Schlamersdorf

Der Boden ist teils schwerer Lehm, teils grandig und daher für die Landwirtschaft nicht so günstig, Hölzungen und Moor waren für den Bedarf ausreichend.

Das Dorf Schlamersdorf gehört zu den sogenannten Burgdörfern, d.h. es gehörte in der vorreformatorischen Zeit zum landesherrlichen Besitz, dessen Vertreter, der Amtmann, auf der Burg zu Segeberg seinen Sitz hatte. Bei diesen Dörfern ist es möglich, die Besitzreihen anhand der alten Segeberger Amtsrechnungen bis zum Jahr 1526 zurückzuverfolgen. Die Besitzernamen in Schlamersdorf sind anhand der Dienstgeldregister des Bischofs von Lübeck sogar bis zum Jahre 1479 zurückzuverfolgen, doch ist ihre Zuordnung zu den einzelnen Höfen nicht zuverlässig.

 

Die Leibeigenschaft in Schlamersdorf :

Schon in Überlieferungen aus dem 11. und 12 Jahrhundert wird deutlich, dass es neben den freien Bauern und reicheren Vornehmen in den Dörfern sogenannte Schutz- und Pachtbauern (Colonen) gibt. Diese entstanden immer dann, wenn der Kirche oder einzelnen Adligen Hufen vom Landesfürsten geschenkt wurden und die Kirche und die Adligen diese etwas abseits liegenden Ländereien nicht selbst bewirtschafteten, sondern sie an Pachtbauern abgaben. Wann diese Art der "Pachtbauerei" zu Leibeigenschaft wurde, ist nicht genau festzustellen, wurde jedoch im Segeberger Gebiet erst spät eingeführt.
In dem Erbvertrag der Gebrüder Blome z.B. im Jahr 1572 werden die Höfe und Dörfer " mit allen Eerm Dorthogehörigen " verteilt, aber von Einwohmern und Untertanen ist nicht die Rede.
1624 dagegen kauft Otto von Buchwaldt einfach " Muggesfeldt und Ordtt sambt den zugehörigen Dörfern Rehms, Goellies, Krembs, Kamp und den innewohnenden Hausleuten und anderen Unterthanen".
Das Problem der Leibeigenschaft entstand in Schleswig-Holstein ab 1524, als König Friedrich I., der nur mit Hilfe des Adels zur Alleinherrschaft gelangt war, die ritterlichen Privilegien bestätigte " Die Prälaten und Ritterschaft sollen haben Hals und Hand und das höchste Gericht über ihre Untersassen und unmittelbar und ohne der Fürsten Einmischung und Verhinderung durch sie selbst oder ihre Ambtleute oder Befehlshaber".

Trotz aller "Gutuntergehörigkeit" werden die Dörfer Schlamersdorf, Berlin und Sehkamp immer wieder als "freie" Dörfer bezeichnet. Wer von den Hufnern, Kätnern, Insten und Handwerkern letztendlich leibeigen und wer frei war ist nicht genau zu ergründen. Auch war ein Wechsel durch Heirat oder freiwillige Entscheidung nicht abwägig. Viele Freie begaben sich nach der Heirat in die Leibeigenschaft zu dem herrn ihres Partners oder aber es begaben sich Freie in Leibeigenschaft, da die Gutsherren verpflichtet waren, für ihre Leibeigenen in Tagen des Alters oder der Krankheit zu sorgen.

Unter dem Einfluß der französischen Revolution wurde durch Königliche Verordnung vom 19.12.1804 mit Wirkung vom 1. Januar 1805 in ganz Schleswig- Holstein die Leibeigenschaft ausnahmslos und endgültig abgeschafft.

Die Aufhebung der Leibeigenschaft und die Verpachtung der Hufen (an die bisherigen Hauswirte) fiel in eine wirtschaftlich höchst ungünstige Zeit. Das Jahr 1806 brachte ein völlige Mißernte und mit dem folgenden Jahr begann Dänemark eine längere Kriegszeit, die dem Volk, besonders der Landbevölkerung große Lasten und Lieferungen auferlegte. In Schlamersdorf gingen 3 Halbhufen ein, in Nachbarorten war es schlimmer. Durch die Aufhebung der Leibeigenschaft fiel den Einwohnern der Orte die Sorge und Verantwortung für ihr leibliches Wohlergehen jetzt alleine zu. Dieser Verantwortung waren viele nicht gewachsen, da Probleme bisher vom Gutsherren gelöst wurden.
Aber zum Teil hatte die Entwicklung jetzt auch die Bildung von Gilden und Genossenschaften zur Folge. So wurde in Schlamersdorf 1805 die Hornviehgilde gegründet.


Eine Sammlung der im Kirchspiel Oldesloe und Umgebung geborenen und / oder beheimateten Hartz seit Beginn der Kirchenbücher ca. 1642 bis ca. 1900 findet sich in der

Liste Familienname Hartz.

(alle Hartz, die gem Kirchenbuch in Oldesloe und Umgebung lebten)

 

 


Die Vorfahren "meiner Hartzfamilie" kommen wesentlich aus Schlamersdorf von den Vollhufen 2 und 5.

Besitzfolge auf der Vollhufe 2 in Schlamersdorf :

Die Hufe ist von Anfang an mit dem Namen Hartz verbunden. Schon 1626 ist sie im Besitz der Familie :
Besitzer ist 1626 Hans Hartiges. Ihm ist bis 1537 Jochim Tote als Setzwirt gefolgt, dann ist 1560 Hartig Hartiges Besitzer. Diesem folgt bis 1602 Hans. 1629 heißt nach den Amtsrechnungen der Besitzer Claus, 1632 allerdings schon Frantz. Sehr wahrscheinlich hat der ältere Bruder nach des Vaters Tode die Hufe auf einige Jahre verwaltet. 1647 ist Frantz Hartz verstorben. Peter Reimers wird auf 20 Jahre Setzwirt. Der Erbe Hans Hartz hat 1681 seinen väterlichen Besitz schon übernommen. 1727 übernimmt der Sohn Friedrich die Hufe. Da bei seinem Tod 1761 der Erbe noch unmündig ist, wird der Schwiegersohn Detlev Runge auf 10 Jahre Setzwirt. Erst 1777 erfolgt die Übernahme durch den Anerben Claus Detlev. Dieser überläßt den Besitz 1801 seinem Sohn Claus Hinrich.

Die Familienmitglieder im einzelnen : Hufe 2 (noch nicht fertig)

 

Besitzfolge auf der Vollhufe 5 in Schlamersdorf :

Die Vollhufe 5 befand sich bis zum Verkauf 1836 an Johann Daniel Wilken im Besitz der Familie Hartz.
1526 ist zwar noch Lange Hinrich als Besitzer genannt, doch schon 1537 heißt der Besitzer Hartig Hartiges. Der 1560 genannte Hinrich Timmermann ist auch nur Setzwirt, denn 1602 ist Clawes Hartiges Besitzer. Ihm folgt bis 1628 Hinrich. Zwischen 1640 und 1646 erfolgt die Übernahme durch Hans, der aber vorzeitig verstorben sein muß, denn 1665 ist Hinrich Wilken als Setzwirt genannt. 1681 ist der Erbe wieder mit Claus Hartz bezeichnet. 1695 ist er verstorben. Carsten Dankers wird 26 Jahre Setzwirt. Schon 1714 tritt der Anerbe Hans Hartz die Hufe an. 1745 übergibt er sie seinem Sohn Christian, dem 1780 der Sohn Hinrich folgt. 1826 übernimmt der Sohn Hans Hinrich den Besitz, verkauft ihn aber schon 1831 an Hans Peter Hartz. Dieser verkauft die Hufe dann 1836 an Johann Daniel Wilken.

Die Familienmitglieder im einzelnen : Hufe 5 (noch nicht fertig)

 


Amtliche Berichte über die Schwedenzeit 1643 - 45 im Amte Segeberg :

Schlamersdorff :
In diesem Dorfe haben gewohnet achte Hüfener zwey Halbe und drey Köteners, weiln nun selbige gar nahe an Oldeschloe belegen und ganz verwüstet, vermeynen wir ihnen dies Jahr ihre abgifte zum halben theill zu laßen.

Schlamerstörpfer :
Hinrich Barckmann, Hannß Hartz, Hannß Stoll, Markus Kloek, Clawes Reher, Paull Bötcher, Peter Kordeß, Jochim Niedorpf, Frantz Hartz, Hinrich Wulff (Hawener), Clauweß Stoll, Hinrich Heyne, Hans Hildebrandt (Koetener).
Diesen allen seindt ihre Heußer undt Wohnungen welche nicht abgebrandt dalgerißen. Inmaßen die gantze Kaiserliche Armee eine geraumbe Zeitt aldahe gelagert und waß die hinterlaßen vollendts durch die Schwedischen genommen, also daß nicht mehr alß daß bloße Lebendt übrig blieben.
Hinrich Barchman Baursaget.

 

  

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